Täglicher Archiv: BHO

Open-Blast-Extraktion mit Butan oder D.M.E. für Anfänger und Fortgeschrittene

Konzentrate kommen langsam aber sicher im Kiffer-Mainstream an. Gerade der Siegeszug der Rosin-Methode hat dafür gesorgt, dass auch hierzulande immer mehr Konsumenten und Konsumentinnen auf den Dabbing-Zug aufspringen. Sicherlich zur Freude der Glätteisenindustrie. Doch bei der Rosin-Methode stößt man schnell an die Grenzen. Effektiv sind Glätteisen nicht wirklich, zumal diese nur für kleinere Mengen geeignet sind, was schnell nervig werden kann. Große Rosin-Pressen sind extrem teuer. Zwar gibt es auch preisgünstige Methoden, die eine gute Ausbeute ermöglichen, wie der Slug, aber wenn man mal einen Sack Trim oder auch ein paar Buds mehr verarbeiten will, kommt man um eine Solvent-Extraktion einfach nicht herum.

Für die Flüssiggas-Extraktion mit Butan oder Dimethylether (D.M.E) gibt es unzählige Anleitungen im Netz zu finden. Viele davon lassen aber Fragen offen oder beinhalten sogar Falschaussagen, die für ein minderwertiges Produkt sorgen, oder gar Eure Gesundheit gefährden. Dieser Text soll Euch davor bewahren. Er hilft Anfängern dabei, von Anfang an die gängigsten Fehler zu vermeiden und auch “Profis” werden sicherlich den einen oder anderen Tipp finden, ihre Arbeitsweise zu optimieren und ihr Produkt zu verbessern.

Die Vorbereitung

Schon vor der Extraktion finden wichtige Schritte statt, die für ein optimales Endergebnis sorgen. Je besser das verwendete Material, desto besser wird auch das Endergebnis. Erwartet nicht, dass ihr mit steinaltem Trim ein schönes, aromatisches Extrakt erhaltet (“Knallen” wird es aber trotzdem…). Wenn Ihr also ein optimales Endergebnis haben wollt, dann solltet ihr auch ein qualitativ hochwertiges Ausgangsmaterial verwenden. Wenn schon vor der Ernte klar ist, dass das Material für die Extraktion bestimmt ist, dann haben wir hier bereits einen Artikel für Euch, der Euch ein paar Tipps für den Anbau gibt. Sobald das Material “fertig” ist, solltet Ihr entweder sofort extrahieren oder das Material für später einfrieren. Je länger es gelagert ist, desto minderwertiger wird das Extrakt. Durch das Einfrieren wird der Alterungsprozess verlangsamt bzw. pausiert. Ihr könnt es in einem luftdichten Beutel oder bereits in Eurem Extraktor gefüllt einfrieren. Beim Befüllen gibt es ein paar Regeln, die berücksichtigt werden sollten. Das Material sollte grob zerkleinert werden, am besten mit der Hand. “Grinden” ist nicht zu empfehlen. Hierbei werden zu viele Fasern und Zellen aufgerissen, was zu einem erhöhtem Lipid- und Chlorophyll-Gehalt im Extrakt führen wird. Im Anschluss wird das Material dann in den Extraktor gefüllt. Hierbei ist eine optimale Stopfung von Vorteil. Das Material sollte locker angedrückt werden, so dass kaum noch Luftlöcher vorhanden sind. Sind zuviel Lücken vorhanden, kann das flüssige Gas an diesen Stellen wieder verdampfen und verliert damit seine Lösefähigkeit vollständig. Nur flüssiges Gas kann lösen! Zu fest sollte allerdings nicht gestopft werden, damit der Fluss nicht behindert wird. Ihr müsst also einen “gesunden Mittelweg” finden. Nach dem Befüllen gehört der Extraktor mit dem Material in die Kühltruhe, im Idealfall für 24 Stunden. Wenn dies aufgrund des Platzangebots nicht möglich ist, solltet ihr direkt nach dem Befüllen extrahieren. Das Gas sollte nach Möglichkeit auch direkt mit in die Kühltruhe. Je kälter alles ist, desto besser wird das Ergebnis. Solltet Ihr mit D.M.E. extrahieren wollen ist das einfrieren unabdingbar um den Chlorophyll-Gehalt deutlich zu reduzieren.

Die Extraktion

Wenn dann der Zeitpunkt der Extraktion gekommen ist, solltet ihr vorher alles vorbereiten. Baut alles was ihr benötigt auf bevor der Extraktor und das Gas aus der Kühltruhe holt. Alles sollte parat liegen, so dass ihr gleich loslegen könnt, nachdem die Kühlkette unterbrochen wird.  Die Wichtigste Regel überhaupt: Gasextraktion findet ausschließlich im Freien statt. Unter freiem Himmel mit weitläufigen Boden. Arbeiten am geöffneten Fenster ist nicht ausreichend! Das Gas ist schwerer als Luft und sammelt sich am Boden, wo es auch noch Stunden nach dem extrahieren auf den richtigen Funken wartet und zu einer verheerenden Explosion führen kann. Solltet Ihr nicht die Möglichkeit haben, im Freien zu extrahieren, dann lasst es sein! Ausserdem ist es wichtig, dass ihr wärmeisolierende und rutschfeste Handschuhe verwendet. Der Extraktor wird beim Extraktionsvorgang empfindlich kalt, Erfrierungen sind möglich. Die Gasmenge sollte so gering wie möglich gehalten werden, um Verschmutzungen durch sogenanntes “Mystery Oil” so gering wie möglich zu halten. Je hochwertiger das Gas, desto geringer sind diese Verschmutzungen, die aus Produktionsrückständen und angelastet Doseninnenbeschichtung bestehen. Ganz verhindern lassen sich diese aber bei der Open-Blast-Extraktion nicht. Daher sollte die Priorität nicht darauf liegen, eine möglichst 100% effiziente Ausbeute zu erzielen, sondern darauf, nicht mehr Gas als nötig zu verwenden. Versucht lieber durch optimiertes Arbeiten im Nachgang den Verlust möglichst gering zu halten! Die Verwendung von PTFE-Folie ist auf jeden Fall zu empfehlen. Das Wundermaterial Polytetrafluoethylen (“Teflon”) wird zur Auskleidung eures Auffanggefäßes verwendet. Es ist zu 100% beständig gegenüber Butan und D.M.E., gleichzeitig hat es hervorragende Antihaft-Eigenschaften, so dass ihr später nicht “Scrapen” (abschaben) müsst. Kleidet einfach eine Schale mit der Folie aus, fixiert die Ränder z.B. mit Wäscheklammern und sprüht dort rein. Später kann das Extrakt mit samt der Folie zur Weiterverarbeitung entnommen werden. Das Extrahieren selbst ist eigentlich der umspektakulärste Schritt. Die Gasflasche wird oben angesetzt und mit etwas Druck in den Extraktor entleert. Ihr könnt bei Glasextraktoren sehr gut sehen, wo sich das flüssige Gas gerade befindet, bei Metall- oder Kunststoffe-extraktoren sieht man es an der Eisbildung. Sobald es unten angekommen ist, tritt die Lösung aus und ihr müsst nur noch richtig zielen. Solltet Ihr zwischendurch eine weitere Dose verwenden wollen, dann haltet am besten einen Finger auf das Loch während ihr wechselt. Wenn die gewünschte Menge an Gas durchgelassen wurde, verschliesst ihr auch wieder das Loch mit dem Finger und lasst noch etwas nachlaufen. Danach könnt ihr den Extraktor bei Seite legen. Tipp: Entleert ihn sofort, denn wenn das Material noch feucht ist, lässt sich besser aus dem Extraktor lösen. Nun könnt Ihr Euch um die Lösung kümmern. Bitte vergesst nie, dass ihr jetzt eine ordentlich Menge flüssiges, hochentzündliches Gas vor Euch habt. Auch weiterhin bleibt Rauchen, offenes Feuer, unsichere Elektrik und geschlossene Räumlichkeit vollkommen tabu! Das Gas muss jetzt ausdampfen. Das passiert mit der Zeit einfach so, beschleunigt werden kann dies mit einem heißen Wasserbad, in das Ihr Eure Schale stellen könnt. Ihr solltet unbedingt darauf achten, dass ihr sie rechtzeitig wieder aus der Schale herausnehmt um ein Aufwärmen des Extraktes zu verhindern. Solange es eine gut flüssige Lösung ist, ist ein heißes Wasserbad aber kein Problem, da das Butan ja nur bis zum Verdampfungspunkt erwärmt werden kann. Sobald nur noch eine kleine Pfütze vorhanden ist lasst den Rest bei der Umgebungstemperatur ausdampfen. Irgendwann ist das Gröbste raus und es befindet sich (fast nur noch) reines Extrakt auf Eurem PTFE.

Purging

Allerdings sollte man tunlichst vermeiden, dieses Extrakt schon zu konsumieren, denn es befindet sich schon noch ein beachtlicher Teil Gas darin. Dieses muss jetzt raus. Am schnellsten und zuverlässigsten geht dies mit einer Vakuumkammer. Eine Anleitung dazu findet Ihr hier. Doch auch ohne Vakuum könnt Ihr Euer Extrakt recht zuverlässig trocknen. Der wichtigste Faktor dabei ist die Zeit. Werdet nicht ungeduldig! Gebt Eurem Extrakt mindestens eine Woche, besser noch mehr Zeit. Im Idealfall habt Ihr dafür gesorgt, dass die Konzentratschicht auf einer relativ großen Fläche verteilt ist und eine dünne Schichtdicke hat. Je dicker das Material, desto mehr Gas hält es in sich fest. Ihr solltet für eine staubfreie Atmosphäre z.B. mit einem Nylonstrumpf, den Ihr über das Gefäß zieht sorgen. Das ganze packt ihr dann in dunkle, belüftete Umgebung und lasst es dort erstmal in Ruhe. Wärme hilft auf jeden Fall beim Trocknen, geht aber immer mit einem Terpenverlust einher, hier muss man abwägen.

Anschließend könnt Ihr Euer Extrakt genießen.

Anmerkung: Dieser Text dient lediglich der Dokumentation. Cannabis ist weiterhin in den meisten Ländern illegal. Wenn ihr damit nicht zufrieden seit, werdet politisch aktiv!

Extraktion von schimmligen Gras

Aspergillus auf einer Tomate

Es dürfte sich langsam herumgesprochen haben, dass man es vermeiden sollte, schimmliges Cannabis zu rauchen, auch wenn ich immer mal wieder Anfragen dazu in den einschlägigen Facebook-Gruppen lese. Grundsätzlich sollte man so ein Gras einfach wegwerfen und keine Träne nachheulen. Taucht man jedoch etwas tiefer in die Materie ein, dann muss man feststellen, dass man beim Thema Schimmel keine absoluten Aussagen machen kann. Es gibt Millionen verschiedene Schimmelarten, von denen einige harmlos sind, andere hingegen im höchsten Maße gefährlich.

Zuerst sei einmal gesagt, dass wir alle schon Schimmelsporen geraucht haben. Sie sind einfach überall vorhanden. Das ist schlicht gesagt auch der Grund, warum alles irgendwann schimmelt. In der Regel ist die Konzentration auf dem Gras aber so gering, dass es vollkommen ungefährlich ist. Nur sehr empfindliche, hypoallergene Menschen sollten sich vielleicht Gedanken über das Thema machen.

Dramatischer wird es allerdings, wenn sich der Schimmel durch Feuchtigkeitsstau rasant vermehrt, das Gras also sprichwörtlich anfängt zu schimmeln. Dies kann beim Rauchen auch bei gesunden Menschen zum Teil schwere gesundheitsschädliche Risiken mit sich bringen, vom einfachen Husten, über Übelkeit bis hin zu schweren Lungenentzündungen oder Leberschäden.

Die Art des Schimmels spielt dabei eine eklatant wichtige Rolle. Cannabis wird sehr häufig von Botrytis und Mehltau (Erysiphaceae) befallen, beide primär aber nicht ausschließlich auf lebendem Pflanzenmaterial. Totes, also abgeernteten Pflanzenmaterial wird oft vom Gießkannenschimmel (Aspergillus) und Pinselschimmel (Penicillium) befallen.

Filternutsche

Zu hohe Konzentration von Botrytis und Mehltau können allergische Reaktionen hervorrufen, Aspergillus und Penicillium hingehen kann schwere Komplikationen bis hin zum Tod hervorrufen. Verursacht werden diese Komplikationen nicht durch die Sporen selbst, sondern durch die von den Sporen produzierten Pilzgifte, die Aflatoxine. Während man bei Botrytis und Mehltau die befallene Stellen zur Not entfernen könnte um den Rest zu Rauchen (sollte aber aufgrund möglicher allergischen Reaktionen trotzdem vermieden werden), sollte man dies bei Aspergillus und Penicillium in jedem Fall unterlassen.

Wie sieht das aber bei einer Extraktion mittels geeigneten Lösemittels wie Butan, Alkohol oder DME aus?

Grundsätzlich sollte man wissen, dass die Sporen mit extrahiert werden und daher genau wie die Wirkstoffe konzentriert werden. Mit geeigneter Technik lassen sich jedoch die Schimmelsporen im Nachgang filtrieren. Mit einer POR5-Filternutsche (Porengröße 1-1,6µm) lassen sich mit einer Vakuumflasche beim Winterizing-Prozess nahezu alle Sporen zuverlässig abfiltrieren. Wer schon mal eine Filternutsche gekauft hat, weiß, wie teuer die POR5-Varianten sind.

Das große Problem: Aflatoxine lassen sich nicht abfiltrieren! Sie verbleiben konzentriert(!!!) im Extrakt und können die selben, schweren Schäden anrichten wie beim Gras.

Daher sollte man abschließend sagen: Nur wenn man sich zu 100% sicher sein kann, welche Schimmelsporen vorhanden sind und diese mit der richtigen Technik und dem ausreichenden Know-How abfiltrieren kann, sollte man sich auch daran wagen. Bestehen auch nur die geringsten Zweifel an der Art des Schimmels oder an seiner verwendeten Technik sollte man das extrahieren tunlichst vermeiden und in den sauren Apfel beißen und das Material wegwerfen. Die eigene Gesundheit (aber auch die der anderen!) sollte einem dies wert sein!

 

Explosion in Köln: Menschliches Versagen

Am vergangenen Montag ereignete sich in Köln ein fatales Unglück: Im Tonstudio des Kölner Rappers “Dr. Knarf” kam es zu einer folgenschweren Explosion, die den Musiker und seinen Besucher schwer verletzten. Er erlitt schwere Verbrennungen, verlor beide Hände und liegt jetzt im Koma auf der Intensivstation. Ärzte befürchten, dass er den Unfall nicht überleben könnte.

Schnell wurde in den Medien breit getreten, dass das Unglück in Zusammenhang mit Drogen geschehen ist. Während erst noch (öffentlich) über Ecstasy- und Amphetaminproduktion spekuliert wurde, kam bald heraus, dass “Dr. Knarf” im größeren Stile BHO produziert hat.

Aufgrund seiner Bekanntheit und der Heftigkeit des Unfalls war das Thema zum ersten Mal in Deutschland stark in der Öffentlichkeit vertreten.

Als erstes sei einmal gesagt, dass die Situation definitiv keine ist, über die man Witze machen sollte. Egal, wie man zu “Dr. Knarf” als Künstler steht, egal was man vom Thema Alkan-Extraktion hält und egal was man über die Vorgehensweise, die zu dem Unglück geführt hat, denkt: Hier hat ein Mensch schwerste Verletzungen erlitten und sollte er, entgegen den Prognosen, überleben, wird er für den Rest seines Lebens schwerbehindert sein. Definitiv keine Situation an der irgendwas lustig ist und über die man sich öffentlich lustig machen sollte.

Nichts desto trotz hat “Dr Knarf” eklatantes Fehlverhalten an den Tag gelegt und die Explosion provoziert. Er hat nichts anderes getan, als gegen die wichtigste Regel überhaupt bei der Gasextraktion verstoßen: Er hat im Innenraum extrahiert.

Alkanextraktion ist ein ständiger Lernprozess. Man entwickelt sich permanent weiter und feilt an seiner Technik. Mit jedem Durchgang erzielt man ein besseres Resultat. Aber eine Regel muss man von Anfang an beachten: Auf jeden Fall unter freiem Himmel extrahieren. Nochmal: Auf jeden Fall unter freien Himmel extrahieren! Und zwar ausnahmslos. Es reicht auch nicht, den Raum in dem man sich befindet gut zu lüften oder direkt am offenen Fenster zu arbeiten. Alkane sind schwerer als Luft. Ausgetretenes Gas sammelt sich am Boden und kann sich dort auch noch Stunden nach dem Extrahieren befinden. Ein Funke, egal ob er durch Zigarettenglut, durch einen Lichtschalter oder gar durch elektrostatische Ladung (z.B. durch das bloße Ausziehen eines Pullovers) erzeugt wurde, kann das Gas zum Explodieren bringen. Ich rede nicht von einer harmlosen Verpuffung, sondern von einer gewaltigen Explosion, die halt eben dazu führen kann, dass man beide Hände verliert und über 80% der Hautfläche schwere Verbrennungen erleiden müssen. Das gilt nicht nur für das offene Extrahieren mittels Extraktiobstube, sondern eben auch für geschlossene Close-Loop-Extraktoren, wie “Dr. Knarf” einen benutzt hat. Professionelle Anwender in legalen Märkten arbeiten entweder auch im Freien oder halt unter einem EX-Geschützten Abzug, um genau sowas zu verhindern.

Die Medien müssen noch ihre Hausarbeit machen. Quelle: Express

Das soll aber nicht heißen, dass BHO per se viel zu gefährlich ist. Arbeitet man wie gesagt im Freien, achtet darauf, dass man beim Extrahieren nicht Raucht oder sonst wie offenes Feuer erzeugt, dann passiert auch nichts. Das Gas verteilt sich sofort in der Umgebung und bereits wenige Meter von der Quelle entfernt ist die Konzentration so gering, dass kein explosives Gas-Luft-Gemisch mehr vorhanden ist. Passiert etwas, dann ist es in fast jedem Fall aufgrund eines Fehlverhaltens.

Wenn man also schon 1000 Mal problemlos extrahiert hat, sollte man auch beim 1001. Mal stets wachsam die Regeln befolgen und alle Sicherheitsvorkehrungen Treffen. Denn abgesehen von den persönlichen Schicksalen wünscht sich sicherlich keiner von uns, dass das Thema zu oft in den Medien ist.

Denn wir haben schon mit genug anderen Vorurteilen zu kämpfen.

Konsistenz und Farbe von BHO

2qc1e04Früher war alles einfach: Es gab Gras und Hasch. Und manche hatten auch schonmal von Haschöl gehört. Die Glücklichen bekamen es auf dem Schwarzmarkt, die Klugen machten es sich selber: Mit ner Coladose (ohne Pfand…) und dem billigen Feuerzeuggas aus der Tanke. Über Qualität und Reinheit hat man sich keine Gedanken gemacht. Früher war eben nicht alles besser.

Heute wird man durch die Vielzahl an Erscheinungsformen der Konzentrate oft überfordert: Honeycomb, Budder, Shatter, Crumble…

Und selbst wenn man (scheinbar) immer das selbe Herstellungsverfahren anwendet, gleich doch kein Konzentrat dem anderen: Manch sind hellgelb, andere dunkel-Bernsteinfarben. Die einen kann man bei Raumtemperatur problemlos in die Hand nehmen, andere sind superklebrig und lassen sich nicht mehr aus den Rillen in den Fingerkuppen entfernen.

Wir wollen einmal ein paar Aspekte aufzählen, die die Farbe und Konsistenz Eures Konzentrates beeinflussen können.

Grundsätzlich kann man sagen, dass die Farbe und die Konsistenz nicht unbedingt ein Qualitätskriterium sind. Es gibt hervorragende Konzentrate, die superklebrig und tiefbraun sind. Ebenso gibt es langweilige Produkte, die eine hohe Stabilität besitzen. Daher sind alle Aussagen als Tendenz zu sehen.

Extrakte aus Ernteresten (Trim-Run) sind in der Regel dunkler. Selbiges gilt für altes Ausgangsmaterial. Beide dürften mangels ausgewogenem Terpenprofils eher langweilig schmecken. Aber auch dunkle und “Purple” Strains erzeugen auch in der Regel ein dunkleres Konzentrat, weshalb klar sein sollte, dass die Farbe nicht unbedingt ein Qualitätsmerkmal ist.Eine hohe Klebrigkeit kann viele Gründe haben: Zum einem könnte das Ausgangsmaterial zu feucht oder unzureichende fermentiert sein. Oder aber das Konzentrat wurde nicht ausreichend gepurged. Und auch das Verwendete Gas hat einen Einfluss auf die Klebrigkeit: n-Butan hat im Gegensatz zu iso-Butan eine leichte Fähigkeit, polare Flüssigkeiten zu lösen, was sich in einem höheren Feuchtigkeitsgehalt im Konzentrat niederschlägt. Und natürlich entscheidet das Quellmaterial selbst, wie das Endprodukt aussieht. Gerade Sorten mit einem hohen CBD-Gehalt und bestimmte Terpene neigen zu einer starken Klebrigkeit.

Auch wenn das Ergebnis immer eine Überraschung ist, kann man doch durch drehen an verschiedenen Stellschrauben das Ergebnis beeinflussen. Meiner Meinung nach ist neben dem Konsum das Experimentieren mit verschiedenen Fertigungstechniken ein spannendes Betätigungsfeld. Den eigenen Forscher in sich zu wecken und sich ständig zu verbessern und dabei einen großen Erkenntnisgewinn zu machen kann zur wahren Sucht werden.

BHO in Edibles richtig dosieren

Anmerkung: Dieser Beitrag richtet sich an die Einwohner von Ländern, in denen der Besitz von Cannabis und dessen Konzentrate bzw. die Herstellung von ihnen legal ist. Sollte das bei Euch nicht der Fall sein, dient dieser Beitrag ausschliesslich der theoretischen Fortbildung. Wenn Ihr mit Eurer Gesetzgebung nicht zufrieden seid, tut was dagegen!

img_0904Die Cannabis-Revolution in vielen amerikanischen Staaten hat einen enormen Wissensschub verursacht. Das klassische Rauchen von 0815-Gras erscheint dabei fast schon als Rückständig. Und neben Cannabisblüten sind Extrakte wie eine Bombe in den Markt eingeschlagen.

Gleichzeitig hat aber auch der Bereich der Edibles, also THC-haltige Lebensmittel einen enormen Schritt nach vorne gemacht. In unseren Breitengraden sind “Spacecakes” das höchste der Gefühle, in Dispensarys gibt es aber jede erdenkliche Speise mit “Schuss”. Durch Konzentrate sind dabei völlig neue Speisen möglich, die kleinere Größen bei höherer Potenz und gleichzeitig angenehmeren Geschmack erlauben.

Will man selbst Edibles herstellen, kommt man sehr schnell an den Punkt, wo es um die Dosierung geht. Da Konzentrate hochpotent können sich hier schnell “Überdosierungen” ergeben, die zwar niemandem umbringen, aber gerade für unerfahrene User schnell unangenehm werden.

Daher möchten wir Euch ein paar Tipps für die richtige Dosierung von Edibles geben.

Die Standarddosierung für Recreational Edibles (also nicht für den medizinischen Gebrauch) in Colorado beträgt 10mg THC. Zumindest für den Anfang sollte dieser Wert in etwa eingehalten werden. Später kann man dann die Dosierung erhöhen.

Nun dürften die wenigsten den exakten THC-Gehalt ihres Konzentrates kennen, weshalb man nur mit Näherungswerten arbeiten kann. Ein Wert von 70% ist realistisch und kann einer Berechnung zugrunde gelegt werden.

Somit enthalten 1g BHO ca. 700mg THC, was die Produktion von 70 Edibles ermöglicht!

Wichtig ist, dass Cannabis vor dem oralen Konsum decarboxiliert werden muss. Werden Speisen hergestellt, die während der Zubereitung erhitzt werden (z.B. klassische Spacecakes) geschieht das automatisch, bei kalt zubereiteten Speisen muss das Material vorher erhitzt werden. Die Autorin Jessica Catalano empfiehlt ca. 25min. bei 100 Grad Celsius. Dabei spielt es keine Rolle, ob dies vor dem Extraktionsprozess mit dem Pflanzenmaterial geschieht, oder mit dem fertigem Konzentrat.

Perfekt verarbeitbar wird das BHO, wenn es langsam in flüssiger Butter gelöst wird.

LN_-_bliss_edible_medical_cannabis_vanilla-mint_chocolate_cupcakeWichtig ist, dass möglichst genau gearbeitet wird. Eine genaue Waage ist natürlich unabdingbar. Hiermit sollte sowohl das zu dosierende Konzentrat als auch die fertige Grundmasse (z.B. Teig) gründlichst abgewogen werden. Je genauer gearbeitet wird, desto besser lässt sich das Ergebnis wiederholen oder als Basis für eine stärkere Dosierung nehmen. Man sollte das Thema ruhig zur “Wissenschaft” machen.

Den letztendlich ist es nichts anderes.