Alles über Cartridges

Durch die Legalisierungen in vielen Bundesstaaten und die dadurch einhergehende Entwicklung eines Milliardenmarktes hat die Entwicklung neuer Produkte einen enormen Sprung nach vorne gemacht. Innovationen im Cannabisbereich geben sich beinah täglich die Klinke in die Hand. Der Siegeszug der Konzentrate ist dabei beispiellos. Extrakte haben den klassischen Markt für Blüten in den USA mittlerweile überflügelt und die Entwicklung hört nicht auf.

Zu den wichtigsten und beliebtesten Produkten gehören mittlerweile die unscheinbaren Cartridges und Pods. Beinahe über Nacht haben sie ihren weltweiten Siegeszug angetreten. Was macht Cartridges zu etwas so außergewöhnlichem?

Nüchtern betrachtet sind Cartridges nichts weiter als E-Zigaretten-Technik die für die Verwendung von hochviskosen Flüssigkeiten modifiziert wurde. Dies ermöglicht das Verdampfen von Cannabis-Destillat oder verflüssigtem Konzentrat (z.B. mit Flavourless Terps).

Cartridges werden meist mit 0,5ml oder 1ml Destillat gefüllt, was selbst bei starkem Konsum mehrere Tage hält. Reinigungsaufwand, wie bei klassischen Vapepens, entfällt dabei vollständig. Wenn die Cartridges vernünftig gelagert werden, schmeckt (und wirkt) dabei der erste “Puff” genauso wie der letzte. Der Anschluss der Cartridges ist genormt, somit kann man (fast) sicher gehen, dass jede Cartridge an jeden Akku passt. Man benötigt also lediglich einen Akku mit den Wunschfeatures und kann dort einfach die erworbene Cartridge anschrauben und kann sofort loslegen.

Beachten muss man dabei lediglich, dass es zwei verschiedene Cartridge-Typen gibt, die die Kompatibilität etwas einschränken:

  • Button-Fired-Cartridges / Top-Airflow-Cartridges: Diese Cartridges haben die Luftzufuhr oberhalb des Tanks am Mundstück. Sie zeichnen sich durch einen hervorragenden Durchzug aus, sie sind aufgrund ihrer Bauform leicht zu befüllen und ermöglichen je nach Modell sogar eine Regulierung der Luftzufuhr. Für die Benutzung ist zwingend ein Akku erforderlich, der die “Zündung” mit einem Knopf ermöglicht. Button-Fired-Cartridges können nicht mit Akkus ohne Knopf verwendet werden. Durch die Aktivierung per Knopf kann ein “Pre-Heating” für einen effektiven Verdampfungsvorgang ermöglicht werden.
  • Auto-Draw-Cartridges / Bottom-Airflow-Cartridges: Diese Cartridges haben die Luftzufuhr unten am Gewinde. Der Luftstrom schaltet den Akku “scharf”, so dass beim Inhalieren kein Knopf gedrückt werden muss. Dies macht den Konsum absolut einfach und erklärungsarm. Der Durchzug ist minimal schlechter. Auto-Draw-Cartridges können an allen Akkus, also auch an Button-Fired-Akkus betrieben werden und ermöglichen so höchste Kompatibilität. Die meisten, aber nicht alle kommerziellen vorgefüllten Cartridges sind Auto-Draw-Cartridges.

Bei der Auswahl der richtigen Cartridge sollte man auch noch auf die Lochgröße achten. Gemeint sind damit die Löcher im Inneren der Cartridge, die das Material aufsaugen und es so zum Coil befördert. Die Standardlochgröße beträgt 2mm, was optimal für hochviskose Flüssigkeiten wie z.B. Destillat optimiert wurde. Für dünnere Flüssigkeiten wie z.B. Liquid sollte man auf kleinere Löcher zurückgreifen. Natürlich spielt auch die Anzahl der Löcher eine Rolle. Manche Hersteller setzen auf mehr Löcher mit einer kleineren Größe. Im Zweifelsfall sollte man vorher testen, was für die verwendete Füllung die optimale Größe ist.

Cartridges haben einen nicht unerheblichen Einfluss auf den Geschmack. Hier sollte man nicht am falschen Ende sparen. Man kann das Beste und reinste Destillat haben, wenn man eine schlecht produzierte Cartridge verwendet, kann der Dampf sehr kratzig sein und man muss unnötig husten. Zudem werden bei billigen No-Name-Cartridge leider noch viel zu häufig Schwermetalle verbaut, was den Konsum sogar gefährlich werden lässt.

Bei den Akkus gibt es, wie gesagt, Modelle mit und ohne Knopf. Letztere bezeichnet man als “Draw Activated”. Sie werden durch den Luftstrom beim Saugen an der Cartridge aktiviert. Zieht man vorsichtig an einem Akku ohne Cartridge kann man diese Funktion überprüfen. Aus diesem Grund kann man an Ihnen nur die Cartridges anschließen, die die Luftlöcher unten am Gewinde haben. Ausnahme sind da manche Akkus, die in ihrem eigenen Mundstück eine Auto-Draw-Funktionalität bieten und somit alle Cartridges durch Luftstrom befeuern können. Ebenso gibt es Cartridges-Akkus, die die Wahl zwischen Auto-Draw-Funktionalität oder ein aktivieren durch Knopfdruck ermöglichen.

Kurz und knapp: An Akkus mit Knopf kann man jede Cartridge verwenden, an Akkus ohne Knopf in der Regel nur die, die ihre Luftlöcher unten am Gewinde haben.

Kommen wir zum Inhalt: Basierend auf der E-Zigaretten-Technik wurden Cartridges entwickelt, um hochviskose Destillate verdampfen zu können. Aufgrund der hiesigen Gesetzgebung ist die Verfügbarkeit von Destillat leider nicht immer gegeben, so dass man oft dazu gezwungen ist, auf Alternativen zu wechseln. Pures BHO oder Rosin ist leider nicht dazu geeignet, in einer Cartridge verdampft zu werden. Es gibt aber zwei Möglichkeiten, seine Extrakte weiter zu verarbeiten um das eben doch zu ermöglichen.

Zum einem gibt es die Flavourless Terps. Das ist eine Mischung aus verschiedenen Terpenen ohne Geruch und Geschmack. Mit ihnen kann man bei geringer Zugabe (ca. 10%) ein Extrakt so stark verflüssigen, dass man es in einer Cartridge verwenden kann. Der Geschmack des Extraktes wird dabei so gut wie gar nicht beeinflusst.

Alternativ kann das Extrakt zu einem E-Liquid verarbeitet werden. Klassische Basen aus dem Liquid-Sortiment sind dafür nicht geeignet, da es nach kurzer Zeit zu einer Phasentrennung (Entmischung) kommen kann. Spezielle Liquidizer ermöglichen aber das Erstellen einer Lösung die stabil bleibt. Diese kann dann in handelsüblichen E-Zigaretten verdampft werden. Empfehlenswerter ist aber die Verwendung einer Cartridge mit geringer Lochgröße (z.B. 1,6mm).

Es ist zu empfehlen ein winterized Extrakrakt zu verwenden. Ein Extrakt, das zu viele Lipide enthält kann für einen verkokelten Geschmack führen und die Lebenszeit einer Cartridge verringern. Es ist kein Muss, aber es bringt eine deutliche Verbesserung. In der Regel kann man eine Cartridge problemlos eins, zwei Mal befüllen.

Das Thema Decarboxilierung ist ein großer Streitpunkt. Die einen sagen, dass eine Lösung in der Cartridge auf jeden Fall stärker wirkt, wenn das Extrakt vorher Decarboxiliert wurde. Andere Stimmen sagen, dass für die Verwendung zum Verdampfen eine Decarboxilierung nicht nötig ist. Wir empfehlen: Probiert es aus! Fakt ist, der Geschmack leidet natürlich unter dem Prozess, die Zugabe von Terpenen ist dann dringend zu empfehlen.

Die Welt der Cartridges ist ein spannendes Gebiet und es wird sicherlich noch viele Innovationen in dem Bereich geben. Die einfache Handhabung ohne große Vorbereitung bei einem vorzüglichen Geschmackserlebnis und grandiosem Effekt haben bereits so manchen Skeptiker überzeugt.

Probiert es doch mal aus!

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