Kategorie Archiv: Unkategorisiert

Bald Edibles und Konzentrate in Coffeeshops?

Cross-Post: Dieser Artikel erscheint gleichzeitig auf “Kein Wietpas!” und im dabbing.de Blog

Das staatliche Trimbos-Institut veröffentlicht jedes Jahr einen Bericht über die Datenlage der Produkte in den Coffeeshops. Seit Jahren werden die mittleren Wirkstoffgehalte und andere Fakten erhoben und dem Ministerium für Volksgesundheit, Gemeinwohl und Sport (MVS) zur Verfügung gestellt. Als Anhang zur jährlichen Studie wurde dieses Jahr ein Factsheet über die unterschiedlichen Konsumgewohnheiten weltweit beigelegt. Dort wurde vor allem untersucht, wie sich der Konsum durch Liberalisierung und Legalisierung verändert. 

Während in den Niederlanden ca. 90% der Konsumenten Cannabis zusammen mit Tabak rauchen, wird diese Konsumform in den USA nur etwa von 4% verwendet. Und in den Staaten der USA, in denen Cannabis legalisiert wurde verschiebt sich der Konsum immer mehr in Richtung Konzentrate und Edibles. In Colorado z.B. machen Edibles einen Anteil von 40% des Umsatzes aus, in Kalifornien haben vorgefüllte Cartridges einen Anteil von 40%.

Beides ist in den niederländischen Coffeeshops nach der Toleranzpolitik strengstens untersagt. Lediglich Speisen, denen gemahlene Blüten oder Hasch beigerührt wurde, können genehmigt werden, viele Gemeinden erlauben nicht einmal dies. Esswaren, in denen Konzentrate hinzugefügt und somit genaue Wirkstoffangaben ermöglicht werden, sind strengstens verboten. Sie stehen auf der “Liste der Medikamente mit inakzeptablen Risiken”.

Das Trimbos-Institut stellt fest, dass der Wissenstand über die neue Generation von Cannabisprodukten noch sehr begrenzt ist, merkt aber vorsichtig an, dass auf der Grundlage der aktuellen Daten das Rauchen von Cannabis mit Tabak schädlicher zu sein scheint als das reine Rauchen von Cannabis. Gleichzeitig auch, dass generell Rauchen schädlicher zu sein scheint als Verdampfung. Allerdings besteht beim Konsum von Extrakten immer die Gefahr von zu hoher Dosierung, dessen Folgen nicht abzuschätzen sind. Gleichzeitig räumen sie jedoch ein, dass bei gleicher Wirkung weniger Material benötigt wird, was die Belastung der Konsumenten durch schädliche Substanzen verringert.

Eine ähnlich zurückhaltende Beurteilung gibt es bei Edibles. Einerseits schreiben die Forscher, dass der Verzehr von Cannabis nicht zu Atembeschwerden führt. In diesem Sinne wäre es eine weniger schädliche Methode des Konsums als das Rauchen von Cannabis (vor allem, wenn dieses Rauchen mit Tabak kombiniert wird). Gleichzeitig warnt das Institut vor der Unvorhersehbarkeit der Auswirkungen von Edibles. Da die Wirkung später eintritt, wären diese Produkte schwieriger zu dosieren.

In den USA gibt es jedoch strenge Regeln für den Wirkstoffgehalt in Lebensmitteln. Es handelt sich also nicht um “Spacescakes nach Omas Rezept”, bei dem die Wirkstoffe oft ungleichmäßig verteilt sind. Es handelt sich um Lebensmittel mit Extrakten deren genaue Stärke bekannt ist. Die Konsumenten können daher ihren THC-Konsum mit dieser Art von Esswaren gut dosieren.

In den Niederlanden gibt es eine wachsende Zahl von Konsumenten, die Cannabis bewusster konsumieren und keinen Rauch mehr inhalieren wollen. Dies ist eine wichtige und positive Entwicklung, die voll im Einklang mit der Anti-Tabak-Politik der Niederlande steht.

Solange die Gesetzgebung allerdings den Coffeeshops den Verkauf alternativer Cannabisprodukte wie Edibles, Konzentrate und Öle verbietet, sind diese Konsumenten vom illegalen Markt abhängig. Und hier findet überhaupt keine Kontrolle statt. Gleichzeitig ist hier die Gefahr von verunreinigtem Cannabis durch Streckmittel, Düngemittelreste, Pilze und Bakterien größer.

Aus dieser Perspektive kann man daher sagen, dass das aktuelle Opiumgesetz in den Niederlanden weniger schädliche Formen des Cannabiskonsums verhindert.

Aus diesem Grund schlägt das Trimbos-Institut der niederländischen Regierung vor, das Verbot neuer Produkte wie Edibles und Konzentrate aus dem Opiumgesetz zu streichen.

Vor allem in Hinblick auf den kommenden Modellversuch, der ja auch eine intensive Begleitstudie mit sich bringt ein sehr interessanter und realistischer Vorstoß.

Man darf gespannt sein, wie die Regierung auf diesen Vorschlag reagiert.

Vape Disease

Momentan ist das Thema in aller Munde: Die mysteriöse Vape Disease. In der USA gab es nach aktuellem Stand acht Todesfälle und rund 600 Erkrankungen, die offensichtlich in direktem Zusammenhand mit dem Konsum von verdampfbaren Flüssigkeiten stehen.

Gefälschte Cartridges

Die Betroffenen werden mit starker Atemnot, meist begleitet von Übelkeit und Erbrechen ins Krankenhaus eingeliefert, viele davon in einem lebensbedrohlichen Zustand.

Es ist vollkommen ungeklärt, was der Auslöser der Erkrankungen und Todesfälle ist. Das große Problem bei der Sache ist das Finden des gemeinsamen Nenners aller Betroffenen. So gab es Fälle, bei denen THC-haltige Liquids konsumiert wurden, andere verdampften “normale” Liquids. Auch gab es die Vermutung, dass in den Liquids zum Teil synthetische Cannabinoide enthalten waren. Eine weitere Vermutung war es, dass die Krankheit durch Schwermetalle in billigen Cartridges/Verdampfern die Ursache sind. Das Problem bei der Sache ist, dass man sich nicht zu 100% auf die Aussagen der Erkrankten verlassen kann, da sie ggf. zum Selbstschutz Falschaussagen machen.

Die derzeit verbreitetste Theorie ist, dass der Schuldige Vitamin-E-Acetat sei. Diese Zutat, die in der EU nicht als Zusatz für E-Liquids zugelassen ist findet in einigen wenigen Aromen Verwendung und ist gleichzeitig ein wichtiger Bestandteil von Thickenern, also Zusatzstoffe um ein Liquid oder Destillat dickflüssiger zu gestalten. Gerade in gefälschten Schwarzmarkt-Cartridges werden diese gerne verwendet um aus einem relativ dünnflüssigen THC-Liquid ein dickes Pseudo-Destillat zu erzeugen.

Auch wenn das Vitamin-E-Acetat noch nicht eindeutig als Schuldiger erkannt wurde, haben viele Hersteller und Shops ihre Produkte vorsichtshalber vom Markt genommen, bis die Situation eindeutig geklärt ist.

dabbing.de hat und hatte keinen Thickener im Sortiment. Ich habe nicht wirklich Bedarf für ein Andicken einer Lösung gesehen, da man doch in der Regel lieber verdünnen will (ich lasse mich da gerne eines Besseren belehren).

Solltet Ihr Thickener woanders erworben haben, empfehle ich Euch dringenst, diesen nicht mehr zu verwenden, bis die Situation eindeutig geklärt ist.

Es steht nicht nur Eure eigene Gesundheit auf dem Spiel, sondern auch der Ruf einer ganzen Branche.

Patent für Pestizidextraktion

Schwarzmarkt-Cannabis hat sicherlich seine Vorteile: Da niemand Steuern abführen muss, können die Produkte sicherlich günstiger gehandelt werden als in legalen Märkten. Zumindest, wenn Produzenten und Händler dies auch so wollen.

In legalen Märkten (zumindest, wenn alles so läuft, wie es laufen sollte) profitiert man dann aber von ausgezeichneten Wirkstoffgehalten, Qualitätskontrollen und Verbraucherschutz.

In den legalen Staaten in den USA konnten wir schon oft sehen, dass diese Vorteile zum Wohle des Konsumenten genutzt werden: Schon oft gab es Produkt-Rückrufe, weil bestimmte Schadstoffgrenzwerte überschritten wurden. Primär handelt es sich dabei um Pestizidrückstände. Meistens geht es dabei um Konzentrate, denn je nach Extraktionverfahren werden eben nicht nur Wirkstoffe aufkonzentriert, sondern eben auch die im Endprodukt verbliebenden Pflanzenschutzmittel. Deren Einsatz lässt sich vor allem im Großindustriellen Maßstab nicht immer vermeiden. Verbleiben diese dann in den Blüten werden sie bei der Weiterverarbeitung immer weitergereicht und können so gesundheitsschädliche Konzentrationen erreichen. Zurückgerufene Ware wird dann vernichtet und Hersteller, Dispensary bleiben auf dem Schaden sitzen, vom Imageverlust ganz zu schweigen.

Doch damit könnte bald Schluss sein! Capna Inc. aus Kalifornien, ein Hersteller von professionellen Ethanol-Extraktionsanlagen und Anbieter von Labordienstleistungen für die Cannabisindustrie haben jetzt ein Patent zur zuverlässigen Entfernung sämtlicher Rückstände von Pestiziden, Fungiziden und Düngemittelrückstände aus Extrakten angemeldet. Somit können im Nachhinein die Konzentrate vollständig von allen unerwünschten Chemikalien entfernt werden. Dies ermöglicht dann auch gleich völlig neue Möglichkeiten des Anbaus. Natürlich soll dies kein Freifahrtschein für die Farmer sein, um mit Pflanzenschutzmittel verschwenderisch umzugehen, aber natürlich dürfte es sehr hilfreich sein, wenn man nicht mehr drauf achten muss, dass bloß nichts in der Blüte mehr sein darf.

Die neue Technik, die mit Bentonit arbeitet wird immer wichtiger werden, denn die Grenzwerte werden in den legalen Staaten immer weiter verschärft.

Erneut beweisen uns die Amerikaner, dass sie uns in der Entwicklung um Lichtjahre voraus sind, nicht nur politisch.

Hört auf, Honig auf Eure Joints zu schmieren!

  Die legalen Märkte in den Staaten haben den dortigen Wissensstand rund um das Thema Cannabis um Jahre nach vorne gebracht. Während der hiesige Schwarzmarktkunde froh ist, wenn sein “Stanni-Haze” mal nicht gestreckt ist, diskutiert man auf der anderen Seite des großen Teichs über fraktionelles Destillieren von Extrakten, die unterschiedlichen Wirkungen der einzelnen Terpenen oder ganz lapidar, ob man jetzt mehr Lust auf Indica oder Sativa hat. Natürlich schwappt über das Internet vieles auch hier rüber (dabbing.de würde es nie ohne YouTube geben…) aber vieles wird dabei falsch verstanden oder durch Mund-zu-Mund-Propaganda im Sinn verkehrt. Bestes Beispiel ist dabei das sogenannte Twaxing. Kenner wissen, dass es sich dabei um das kunstvolle Auftragen von Konzentraten auf Joints handelt. Es handelt sich dabei um ein Kunstwort, dass aus den Begriffen “to twirl” (drehen) und “Wax” (you know…) gebildet wurde. Dabei wird auf verschiedene Art und Weise Konzentrat auf einen Joint aufgetragen und in der Regel mit Kief oder kleingebröseltem Gras “paniert”. So entstehen kunstvolle Joints, die fast zu schade zum Rauchen sind. Geprägt würde der Begriff übrigens vom MassRouts-User WA5280, der auf seinen Profil schöne Exemplare postet. Man kann über Sinn und Unsinn solcher Joints diskutieren, da sie sicher recht verschwenderisch sind und man beim Rauchen nicht nur aufpassen muss, dass nicht zu viel davon unnütz verbrennt, sondern man muss das Kunstwerk auch ständig drehen, um ein Herabtropfen von Konzentrat zu vermeiden. Trotzdem sollte man es zumindest als eigenständige Stoner-Kunst würdigen. Übrigens: Natürlich hat in einem Twax-Joint Tabak nichts zu suchen, man verdünnt seinen Champagner ja auch nicht mit Cola… Gerade durch die Social Networks wie Facebook schwappen sehr viele schöne Twax-Bilder hierüber und mit ihnen der Wunsch, sowas auch mal herzustellen, denn Jointbauhandwerk ist schließlich auch hierzulande anerkannte Kunst. Dummerweise wissen viele Konsumenten immer noch nicht, was Konzentrate sind und irgendwie hat sich bei vielen die trügerische Erkenntnis durchgesetzt, dass als Trägermaterial Bienenhonig verwendet wird. Dabei sollte man den auf jeden Fall nicht auf seinen Joint schmieren. Zum einem verschlechtern sich dadurch die Brenneigenschaften, zum anderen entstehen teils Krebserregende Toxine beim Verbrennen der Zuckermoleküle, die man nicht unbedingt inhalieren sollte. Die Tabakindustrie steht seit Jahren unter Kritik, weil sie Zucker als Zusatzstoff im Tabak verwendet um verschiedene Eigenschaften des Tabaks zu motivieren. Die Folge ist ein noch ungesünderer Produkt, das schneller süchtig macht. Na vielen Dank! Das wollen wir uns ersparen, also lasst den Quatsch sein! Wenn Ihr Twax-Joints produzieren wollt, dann nehmt dafür Konzentrate. Auch klassisches Haschisch kann dazu geeignet sein, wenn es schön weich und knetbar ist.

Colorado verbietet Gummibärchen

Marijuana-Edibles1Am 01.07 tritt in Colorado ein neues Gesetz in Kraft, das THC-Infused Edibles, die geformt sind wie Menschen, Tiere oder Früchte, verbietet. Andere Formen wie Sterne, Hanfblätter und Ähnliches bleiben weiterhin erlaubt. Dieses Gesetz soll natürlich verhindern, dass Kinder versehentlich zugreifen. In der Aktivistenszene des Bundesstaates ist eine Diskussion darüber entbrannt, ob diese neue Regelung es wert sei, dagegen zu kämpfen, oder ob man sich nicht lieber mit anderen, wichtigeren Baustellen zu beschäftigen.

Natürlich sind die Ziele des neuen Gesetzes verständlich und nachvollziehbar. Trotzdem stellt sich natürlich die Frage, ob es nicht eigentlich die Aufgabe der Eltern ist, Edibles nicht in Reichweite der hungrigen Kids aufzubewahren.

Die neue Regelung erscheint umso absurder, wenn man bedenkt, dass die amerikanische Gesundheitsbehörde gerade erst Weingummies mit einem Wirkstoff aus der Amphetamingruppe zur Behandlung von ADHS freigegeben hat. Hier ist das Risiko einer gefährlichen Überdosierung im Gegensatz zum Cannabis vorhanden.

Aber es gibt auch gute Nachrichten aus Colorado: So dürfen Touristen, die nicht in dem Bundesstaat wohnen jetzt auch bis zu einer Unze (28,35g) Cannabisprodukte erwerben und nicht wie bisher “nur” eine viertel Unze. Ein guter Schritt im Kampf gegen Diskriminierung.