FullSizeRenderWer beim Dabben viel Wert auf ein exzellentes Konzentrat legt, hat bei der Herstellung viele Stellschrauben zur Verfügung, an denen er drehen muss, um zu einem perfekten Ergebnis zu kommen. Das fängt bei der Wahl des Quellenmaterials an, geht bei der Auswahl der Lösungsmittel weiter, erfordert stets ein konzentriertes und sauberes Arbeiten und hört letztendlich beim Trocknungsprozess, dem “Purging” auf.

Um sein Extrakt von allen Lösemittelrückständen zu befreien gibt es verschiedene Techniken. Die einfachste und günstigste ist das Warten. Irgendwann sind einfach alle flüchtigen Bestandteile verdampft. Die Gefahr dabei ist natürlich, dass das Konzentrat dabei verunreinigt wird (z.B. Einschluss von Staub) und sein wir doch mal ehrlich: Ungeduld ist der größte Feind der Zeit… Aber es gibt auch Techniken, wie man die Trocknung beschleunigen kann: So gibt es beispielsweise das Trocknen mittels hoher Temperatur (“Heat-Purging”), was den großen Nachteil hat, dass hierdurch zu viele Terpene verdampfen, das Trocknen mittels Ultraschall und die beste Variante: Das Trocknen mittels einer Vakuumkammer (Chamber).

Viele wissen nicht genau, wie das Vakuumieren genau funktioniert, daher möchte ich Euch mal ein paar Tipps geben, um gravierende Fehler zu vermeiden und zu einem optimalen Endergebnis zu gelangen.

Zuerst einmal sei das grobe Funktionsprinzip erklärt, denn viele Dabheads sind sich nicht klaren, was in der  Chamber genau passiert. Dazu erinnern wir uns einmal an den Physikunterricht, Thema Aggregatzustände. Euer Lehrer hat Euch da bestimmt erzählt, dass auf dem Mount Everest Wasser bereits bei ca. 70°C kocht. Dies liegt an dem geringen Druck in luftiger Höhe. Je geringer ein Druck, desto geringer der Siedepunkt von Flüssigkeiten. Genau diesen Effekt macht man sich beim “Vaccum Purging” zu nutzen. Der Druck in der Chamber wird radikal gesenkt, was dazu führt, dass die Lösemittel im Konzenrat bereits bei niedriger Temperatur kochen und schneller ausdampfen.

Ganz grob gesagt kann man also sagen, dass man sein Extrakt in eine Vakuumkammer stecken soll, bei leicht erhöhter Temperatur unter Vakuum eine zeitlang warten muss und fertig ist der/das Shatter.

Allerdings gibt es Einiges, auf das man achten sollte und muss! Die allerwichtigste Regel lautet:

Niemals ein Vakuum mit einer ausgeschalteten Pumpe verbinden !!!11einseinself

Immer erst Vakuum ablassen, bevor man das Ventil zur Pumpe öffnet.
Immer erst Vakuum ablassen, bevor man das Ventil zur Pumpe öffnet.

Dies beinhaltet auch das Abschalten der Pumpe während sie mit der Chamber verbunden ist, ohne das der Absperrhahn dazwischen zugedreht ist. Beachtet man dies nicht, wird man sein frisches Extrakt höchstwahrscheinlich sofort wegwerfen können. Denn sobald die Pumpe nicht mehr läuft “zieht” das Vakuum an der Pumpe und das sich in der Pumpe befindende verdampfte Pumpenöl gelangt in die Chamber und somit auch in die Probe. Nach kurzer Zeit wird sogar flüssiges Öl wie mit einem Strohhalm in die Kammer gezogen und tropft schön auf das Konzentrat. Die Trennung von Extrakt und Pumpenöl ist nahezu unmöglich und selbst Fachleute raten davon ab, dies zu versuchen. Daher sollte man beim Purgen stets mit klarem Kopf jeden einzelnen Schritt bedenken. Also: bei geschlossenen Ventilen die Pumpe anschalten. Das Ventil zur Kammer öffnen, bis das gewünschte Vakuum erzeugt ist danach zuerst das Ventil schließen und erst dann die Pumpe ausschalten. Dieses Ventil darf dann erst wieder geöffnet werden, wenn entweder die Pumpe läuft oder das Vakuum durch ein anderes Ventil vollständig “entwichen” ist. Es kann durchaus von Vorteil sein, dies ein paar mal ohne Extrakt zu üben. Irgendwann hat man es im Kopf und der klassische Anfängerfehler passiert nie wieder.

In der Kammer selbst befindet sich das Konzentrat entweder auf hochwertigem Pergamentpapier oder noch besser auf lösemittelbeständiger PTFE-Folie, z.B. WAXY! PTFE

Niemals mehr als 50°
Niemals mehr als 50°

Die Trocknungszeit wird erheblich verkürzt, wenn man die Kammer während des Vakuumierens leicht temperiert. Über die optimale Temperatur streiten sich die Gelehrten. Ed Rosenthal empfiehlt in seinem Buch “BEYOND BUDS – MARIJUANA EXTRACTS – Hash, Vaping, Dabbing, Edibles & Medicines” eine Temperatur von 94°F-98°F, also ca. 34°C-37°C. Andere reden von ca. 50°C. Hier sollte jede letztendlich probieren, was am besten zum gewünschten Ergebnis führt. Je höher die Temperatur, desto größer die Gefahr, dass zu viele Terpene verdampfen oder das Konzentrat sich dunkel färbt und nicht stabil wird. Das Temperieren gelingt am besten mit einem Heat Pad oder mit einer Heizplatte. Die Temperatur kann dabei gradgenau eingestellt werden.

Während des gesamten Prozesses und vor allem am Anfang sollte man mehrfach das Vakuum aus der Kammer langsam entweichen und frische Luft in die Kammer strömen lassen. Hierdurch entfernt man das entwichene Lösemittel aus der Kammer und verhindert ein erneutes eindiffundieren in das Extrakt. Danach einfach ein neues Vakuum erzeugen und dabei auf die Regel von oben dabei achten!

Und wann ist das Extrakt dann fertig? Auch hier kann man keine absoluten Aussagen treffen. Natürlich dürfen keine Blasen mehr im Extrakt beim Anlegen eines Vakuums mehr entstehen, denn sie sind sicheres Zeichen für Restlösemittel.

Ed Rosenthal spricht von 24 bis 36 Stunden im Vakuum um ein gutes Shatter zu erzeugen, jedoch beeinflussen viele Faktoren dieses Wert. Sobald sich das Extrakt von dem Untergrund lösen lässt, sollte man es einmal wenden (Slab Flipping) und es auch eine zeitlang umgedreht purgen.

Nachdem Vakuumier-Prozess sollte man sein Konzentrat in einem kühlen (ca. 4°-16°C) und trockenen Raum  (<30% Luftfeuchte) curen lassen. Dies verhindert das sogenannte “Auto-Buddering” und stabilisiert den Shatter.

Danach kann man dann endlich eine Kostprobe nehmen 😉

Anmerkung: Dieser Text ruft nicht zum Hantieren mit illegalen Substanzen auf.

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