Terpene im Fokus: Alpha-Pinen

Spätestens seit der Entourageeffekt in aller Munde ist, wissen wir, dass Terpene nicht nur lecker schmecken; sie haben auch ein unglaublich großes, medizinisches Potential. Es gibt über 8000 von ihnen, und über 30.000 verwandte Terpenoide, weshalb wir uns in dieser Reihe auf die wichtigsten im Cannabis vorkommenden konzentrieren.

Alpha-Pinen 

Alpha–Pinen ist ein Monoterpen, welches in vielen ätherischen Ölen vorkommt. Im Terpentinöl macht es sogar 60% aus; in Myrte, Fenchel, Koriander, Kümmel, Fichte oder Rosmarin, um nur einige Vertreter zu nennen, ist es zwar noch immer das vorrangige Terpen, stellt jedoch einen deutlich geringeren Anteil des Gesamtprofils. Alpha–Pinen ist im Gegensatz zu anderen Terpenen deutlich weniger flüchtig. 

Vorkommen 

Der verführerische Duft der Kiefer – CC BY-SA 3.0 by Haeferl

Alpha–Pinen wird schon seit Jahrhunderten aus Kiefern gewonnen (Harz), um damit Verstopfungen und vor allem Entzündungen zu behandeln. Auch gegen Parasiten ist es schon immer erfolgreich eingesetzt worden. Man findet es zwar auch heute noch in Kiefern, mindestens ebenso häufig jedoch auch in Möbelpolitur, Bad- und Fußbodenreiniger, Lufterfrischern, Lebensmitteln und Parfums. Natürlich wird es auch heute noch in vielen Arzneien verwandt, was an seinen vielfältigen Wirkungen liegt. 

Wirkung 

Da niedrige Dosen dieses Terpens bronchospasmolytisch, also entspannend auf die Bronchien wirken, wird es gegen Asthma eingesetzt. Auch in Salben gegen Husten und Schnupfen ist dieses Pinen oft zu finden. Es senkt den bronchialen Muskeltonus, und wirkt, in vitro erwiesen, antientzündlich und antimikrobiell. Außerdem kann es die Lunge vor bestimmten Virusinfektionen, und somit vor einer Bronchitis bewahren. Als wäre das nicht genug, leistet Alpha–Pinen großartige Dienste bezüglich Muskelverspannungen, Prellungen, Steifheit und Hexenschuss; so gut, dass es sogar als begleitende Behandlung bei Fibromyalgie eingesetzt wird. Außerdem regt Alpha–Pinen stark die Durchblutung und den Gallenfluss an, was bei Verdauungsbeschwerden Abhilfe schafft. Zu guter Letzt fand eine Studie im Jahr 2013 heraus, dass dieses vielseitige Terpen antikarzinogene Eigenschaften hat, und einen begrenzten Nutzen als Krebsmedikament besitzt. 

Nebenwirkung 

Man sollte nie vergessen, dass Terpene allesamt Lösungsmittel sind, welche stark reizende Eigenschaften besitzen. Gebt ihr eurem CBD-Öl o.Ä. zur oralen Aufnahme zum Beispiel Terpene hinzu, sollte der Gesamtanteil nicht über 4% liegen. Bei inhalativem Konsum, werdet ihr schnell merken, wenn es zu viel war. Mehr als 10% sollte man da wirklich nicht versuchen. Bitte verätzt euch nicht die Lungen, denn Alpha–Pinen beispielsweise, ist sogar offiziell als reizend für Augen und Atemwege, und neuro- sowie nephrotoxisch eingestuft (also als nerven- und nierenschädigend). Es gilt als gesundheitsschädlich, also seid schön vorsichtig, denn die Dosis macht das Gift. 

Geruch 

Der Geruch von Alpha-Pinen ist uns allen wohl bekannt. Es riecht nach Wald, herb nach Erde und eigentlich einfach wie eine Kiefer. Es ist herber als Beta–Pinen, das eher nach Fichte riecht (Falls ihr das überhaupt unterscheiden könnt…wenn nicht, könnt ihr es nun mit unseren Isolierten Terpenen “üben”. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Man wird schnell ziemlich gut darin.) 

Sortenkunde

Strains, die hohe Anteile an Alpha–Pinen aufweisen sind Lemon Kix, Night Queen, Sweet Skunk, Haze Berry und OG Kush, um nur einige zu nennen. CBD Strain mit hohen Pinen Anteilen sind beispielsweise Forrest Kush und Sissi.

Reines Alpha-Pinen bei dabbing.de

Zur Autorin:

Sarah Ann Rosa aka Die rasende Reporterin Berlin ist seit einem Jahr Journalistin in der weltweiten Cannabisbranche. Früher moderierte sie das Format Sens Sweed, und setzt sich fortlaufend für Legalisierung, Gerechtigkeit, politische Öffentlichkeitsarbeit und Akzeptanz ein. Ihre Artikel erscheinen regelmäßig in allen bekannten Magazinen.

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